Gefährlich ist´s den Leu zu wecken…….

Solange die Stadt alles zur Zufriedenheit der Bürger erledigt, gibt es ja keinen Grund, sich in irgendeiner Weise übermäßig zu betätigen. Wenn aber behauptet wird, die Anwohner kümmern sich nicht darum oder verschlafen auch, was in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft geplant oder gebaut wird, werden viele schlafende Hunde geweckt. Die meisten meiner Nachbarn haben sich bei einem Ortstermin im Business Campus über die geplante Bebauung informiert. Dass die Stadträte sowie der Bürgermeister nichts über die geplante Höhe des Parkhauses wussten, nehme ich ihnen sogar zunächst einmal ab. Die Aussage war: Es wird sich auf alle Fälle der nachbarschaftlichen Bebauung anpassen. Das Entsetzen angesichts der ständig wachsenden Höhe des Parkhauses war selbst bei den Entscheidungsträgern groß.

Nun liegt das Kind nun einmal im Brunnen. Die Bausünde ist für die unmittelbaren Nachbarn, mit denen wir uns solidarisch erklären, leider nicht mehr rückgängig zu machen.

Was aber können wir künftig tun? Wir können dafür sorgen, dass sich eine solche Art der Bebauung in Unterschleißheim nicht wiederholt. Ich glaube, das können auch Unterschleißheimer in anderen Ortsteilen und auch unsere Stadträte nachvollziehen. Die Gier nach noch mehr Steuer- und Gewerbeeinnahmen darf nicht dazu führen, das Stadtbild zu verschandeln und eine Bewohnung unattraktiv zu gestalten. Hier ist für ein gewisses Maß zu sorgen („Stadt mit Mass“).

Ich bin der Meinung, dass sich die Stadtverwaltung mit zu vielen Groß-Baustellen, die zur normalen Bebauung hinzugekommen sind, momentan übernimmt. Business Campus, Koryfeum, Rathausplatz, Rathaus selbst, Esso-Tankstelle, Moos-Haide-Park, das Verkehrsproblem, BMW, um mal nur ein paar zu nennen, erfordern eine Menge an Arbeit und eingearbeitetem Personal. Daneben ist natürlich auch eine stetige Überwachung der Baupläne sowie der Investoren angesagt. Wenn auch gesagt wird, das muss eine moderne Stadt bewältigen, so ist doch eine gewisse Zeit der Einarbeitung und viel Sachverstand nötig.

Dies alles hat dafür gesorgt, dass die Bürger hier hellwach wurden. So wurde z.B. mauscheln oder Geheimniskrämereien stark verurteilt. Die Geheimniskrämerei um BMW und der Maulkorb der Stadträte war vollkommen unnötig. Momentan halten sich die deutschen Autobauer sowieso mit Investitionen etwas zurück; sie werden sich aber zu gegebener Zeit schon wieder melden. Keine Angst.

Am Fastlingerring wohnen viele BMW-Mitarbeiter oder auch BMW-Rentner, das heißt Personen, die nach wie vor ein gutes Verhältnis zu ihrer Firma BMW haben. Die Fa. BMW ist dafür bekannt, dass sie eigentlich in gutem Einvernehmen mit den betroffenen Anwohnern baut. So hätte sich eine Bebauung des betroffenen Geländes durch BMW der nachbarschaftlichen Besiedelung sicher angepasst. Wird aber ein Investor (Gewerbeparkentwickler) mit einer Bebauung beauftragt, kann die Welt schon wieder ganz anders aussehen.

Der Ideenwettbewerb am ehemaligen Siemensparkplatz sowie der am neuen Ortszentrum (das auch an einen Investor vergeben wurde) wird zeigen, wer hier der Gewinner ist. Der, der am schönsten baut oder der, der die Geschossflächenzahl am besten ausreizt.

Verlasst euch drauf, wir werden da ganz genau hinschauen.

Walter Schmitt