Leserbrief zum Leitartikel im LLA 23 vom 08.06.2019 „Unterschleißheim setzt auf aktiven Umwelt- und Klimaschutz“

Sehr geehrter Herr 1.Bürgermeister Böck,

nach der Lektüre des Artikels bekommt man doch regelrecht Schnappatmung. Kaum haben „Die Grünen“ im Land Oberwasser, präsentieren Sie sich als Oberster Unterschleißheimer Umwelt- und Klimaschutzaktivist. Ob Sie da mal nicht den Böck zum Gärtner gemacht haben? Sie suggerieren den Eindruck, dass die zweifelsohne erzielten positiven Beiträge auf Ihrem Mist und dem Ihrer Partei gewachsen sind.

Was wohl die anderen beteiligten Parteien davon halten werden? Auf jeden Fall ist es geschickt gemachte Propaganda. Zitat: Ob auf unseren Balkonen, in unseren Gärten, auf Hausdächern, am Straßenrand oder natürlich bei der Ansiedlung von Gewerbe oder der Errichtung von weiterem Wohnraum. Fortschritt darf hier nicht zu Lasten unsere Lebensgrundlagen gehen. Zitat Ende. Und das von Ihnen, der im letzten Bauausschuss die letzte Dachbegrünung auf den Gebäuden des Koryfeum zu Gunsten einer gepflasterten Dachterrasse wegentschieden und dem Investor auferlegt hat, dass er auf den immer gleichen Ausgleichsflächen in Unterschleißheim noch ein paar Bäume pflanzen darf. Welch ein Widerspruch! Die Ausdehnung des exorbitanten Baurechts auf dem  Business Campus unter schamloser Missachtung von Nachbarschaftsinteressen und alten Rechten, gepaart mit Heimlichtuerei und Ausnutzung von Paragraphen bis zur Schmerzgrenze schlägt in die gleiche Kerbe. Das sprunghaft steigende Verkehrsvolumen und der Entfall sehr vieler Nistplätze hat Sie dabei bisher nicht aufgeregt.  Verwunderlich!Schreibt der, der uns eine interkommunale Gewerbeansiedlung in der Größenordnung von 38 ha Fläche und „Nettoarbeitsplätzen“ im fünfstelligen Bereich andienen wollte. Details dazu halten Sie immer noch unter Verschluss, obwohl Sie im Stadtrat aufgefordert wurden diese transparent zu machen. Die Infrastruktur mit Autobahnanschluss Riedmoos und Umgehung von Mittenheim und weiteren Maßnahmen wäre so richtig umweltfreundlich geworden und hätte eine weitere Versiegelung unserer sehr beschränkten Flächen in Unterschleißheim hervorgerufen.

Zitat: Die weitere Stadtentwicklung muss sich daran orientieren, wie der wertvolle Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen erhalten und ausgebaut werden kann. Zitat Ende. Ob aus dem Saulus noch ein Paulus wird? Genug Gelegenheit dazu hätten Sie in der nahen Zukunft mit der Wohnbebauung auf dem Siemensparkplatz an der Alfred-Nobel-Straße, von „Hochpunkten“ und „harmonischer Eingliederung“ haben Sie geredet. Die Offenlegung der Absichten wurde immer wieder verschoben, Ende Juni soll es soweit sein, der Investor DV Group will ein Kommunikationsbüro beauftragen, um dem Bürger speziell den 60 Meter Hochpunkt zu verkaufen. Wer will sich eigentlich damit ein Denkmal setzen? Sie werden an Ihren Aussagen gemessen werden. Neugestaltung IAZ und Rathausplatz, auch hier wurde die Offenlegung immer wieder verschoben, und Ende Juni ist es soweit. Man spricht von scheußlichen Schluchtenbauten, und das ist wohl der Hauptgrund, dass Sie  einen Kommunikationsberater beauftragt haben, aus Steuergeldern finanziert. Die aktuelle Auslage des Flächennutzungsplans, südlich und westlich von Koryfeum und Business Campus ist er so gestaltet, dass munter weiter gebaut werden könnte. Korrigieren Sie das! Moos-Haide-Park, von Ihnen in die langsamen Mühlen der Ausplanung geschoben, korrigieren Sie das. Sechsspurriger Ausbau A92, wieso hören die Bürger nichts zu den geplanten Lärmschutzmaßnahmen? Weil sie evtl. nicht ausreichend sein werden? Zeigen Sie Führungsqualität und klare Kante im Kontext Ihres neuen grünen Anstrichs!

Oder verteilen Sie weiter fleißig Tütchen mit Wildblumensamen für Balkon und Garten.

Matthias Hatzmann