Anmerkungen zu den Veröffentlichungen im LLA vom 06.07.2019 zur Neuen Stadtmitte

Die Bürgerbeteiligung zur „Neuen Stadtmitte“ hat begonnen und war für den Ersteller des (nicht von den Herren Dr. Kiener/Krimmer verfassten) Leitartikels auf S.1/2 ein „großer Erfolg“.

Es muss nur noch an ein paar kleineren Schräubchen gedreht werden und schon sind die Pläne fertig, die dann im Bebauungsplanverfahren verabschiedet werden. Nicht zur Sprache kommt aber das für die Unterschleißheimer Bürger(innen) vorrangige Thema: 

Wollen wir überhaupt, dass das bisherige Post- und IAZ-Gelände in dieser Massivität bebaut wird? (nebenbei gefragt: welche Auswirkungen hätte eine derartige Ausweitung des Baurechts auf vergleichbare Anfragen anderer Grundstückseigentümer?)

Wollen wir überhaupt, dass – nach dem ca. 20 Meter hohen „Westwall“ (= die Gebäude an der Westgrenze des Business-Campus und des künftigen Koryfeums) mitten in Unterschleißheim eine einer mittelalterlichen Burganlage vergleichbare Gebäudekonstellation entsteht? Auf 1:500-Modellen, wie sie bei der Bürgerbeteiligung der letzten Woche verwendet wurden, schrumpfen 50 Meter hohe Türme auf niedliche 10 cm und die mächtige Le-Crès-Brücke (für mich bisher das Unterschleißheimer Bauwerk mit dem größten „Wiedererkennungswert“) auf eine kaum erkennbare Erhebung.

Deutlich gezeigt haben die Ergebnisse des „städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerbs“, dass die vorausgesetzten Geschossflächenzahlen zwingend zu sehr hohen und massiven Gebäuden führen, die nicht zur Bestandsbebauung der Umgebung passen. Ebenso wurde deutlich, dass wegen der Art der Ausschreibung keine wirklichen Alternativen aufgezeigt werden konnten, wie die Probleme, die Unterschleißheim mit seiner Stadtmitte unbestritten hat, mit weniger einschneidenden Mitteln gelöst werden können.

Schade, dass hier viel kostbare Zeit vertan wurde. Umso wichtiger ist es, baldmöglichst (ohne Rücksicht auf den anstehenden Wahlkampf) echte Alternativen vorzustellen, die auf einem tragfähigen Verkehrskonzept beruhen und die bisherige Bebauung maßvoll weiterentwickeln. Nur dann können die Bürger(innen) zwischen den jetzt vorgestellten Entwürfen und denen entscheiden, die einer Stadt-mit-Maß entsprechen. Nicht zielführend ist jedenfalls, ohne echte Bürgerbeteiligung jahrelang Pläne zu verfolgen, die am Ende des Bebauungsplanverfahrens nicht die Zustimmung der Mehrheit der Unterschleißheimer Bürger(innen) finden.

Albert Biller im Namen der Bürgerinitiative „Stadt-mit-Maß“ https://www.stadt-mit-mass.de/